Gedanken zu Parfüm und Rasierwasser

So in den Tag gedacht....



Hier stelle ich ein paar Gedanken vor, die liebevoll frech das angemessene Maß rund um Mensch und Beziehung bei Dates oder Treffen beschreiben. Beurteilen Sie selbst, wie Sie es wollen.


Gedanken zu Parfüm und Rasierwasser: Neurophysiologisch gesehen sind diese künstlichen Duftstoffe eher ein Handicap. Warum? Wir Menschen haben uns nur gering vom Tier in den letzten Jahrmillionen weiterentwickelt und unsere genetischen Programme sind noch alt und sie funktionieren. Die Parfüm und Duftstoffindustrie will uns weismachen, dass das Sekret aus der Afterdrüse des Moschusochsen oder der Duft nach einer Veilchenwiese menschliche Partner anlocken kann, dabei bin ich der sicheren Überzeugung, dass damit eher Moschusweibchen oder Insekten angelockt werden. Sicher, wenn man etwas nach altem Schweiß riecht, dann übertünchen diese Geruchsstoffe den dann eher schlechten, natürlichen Geruch. Wenn ein Mensch aber gewaschen ist und frische Kleidung trägt, kann ein herber Geruch nach Mann die unverbildeten Frauensinne betören oder der dumpf weibliche Geruch einer Frau ein Männerherz schneller schlagen lassen. Ich bitte Sie, einmal selbst Ihren natürlichen Geruch wahrzunehmen und dann eine neue Entscheidung zu treffen. Warum den sonst haben wir zahlreiche Duftdrüsen an all unseren behaarten Stellen, die Natur irrt kaum, vertrauen wir auf unsere Natur. Ein wenig, nur ein zarter Hauch des eigenen Lieblingsparfüms oder des herben Rasierwassers ist OK, wenn es kaum wahrnehmbar ist und die eigene Note nicht zu sehr verfälscht.
Gedanken zu Lippenstift: Ein kräftiges Rouge, glänzend verführerisch, die Lippen größer und voller erscheinen lassend, hat einen ungeheueren Appeal, wenn es zur Person passt. Betonen ja, nicht übertreiben, einer körperbetonten Frau steht die Akzentuierung der Lippen, wenn die übrige Erscheinung stimmig ist. Dezentere Farbtöne stehen der eher intellektuellen oder der schüchternen Frau. Bedenke, dass Schminke wie eine Werbetafel wirkt, man kann nur für Dinge werben, die es dann auch gibt. Knallig rote Lippen, ein wenig über den Lippenrand fülliger gezeichnet und mit Konturstift abgesetzt, versprechen ungehemmte Körperlichkeit. Noch ein Tipp: Es gibt kussechte Lippenstifte, die für die meisten Männer deshalb angenehmer sind , da sie nicht abfärben und für die Frauen besteht der Vorteil, dass sie nicht nachschminken müssen.
Gedanken zu Kajal und Lidschatten: Passt, wenn dezent aufgetragen. Die Augen wirken größer und begehrlicher und darauf fährt das "Tierhirn" des Mannes meist ab, auch hier gilt weniger ist mehr. Grosse Augen sind ein wesentlicher Teil des so genannten "Kindchenschemas" der Psychologie. Dieser Effekt erhöht die Beschützerinstinkte beim Gegenüber und lässt jünger aussehen.
Gedanken zu Camouflage oder zu Make Up: Hier passieren vermutlich die allergrößten Fehler beim Styling der Frauen. Zwei Pickel, klein wie Stecknadelköpfe, eine vermeintlich narbige Haut und drei große Poren, sowie vier Äderchen an der Nase, das sieht Frau und verstärkt es in ihrem Hirn bis zur Hässlichkeit. Um aus diesem, nur in der eigenen Vorstellung existierenden, „Ekel erregenden“ Gesicht eine Schönheit zu zaubern wird geschmiert und gepudert, bis nichts mehr von natürlicher Haut und deren anziehenden Geruch übrig ist. Diese „Tarnung“ nimmt alles an Natur und Echtheit weg, was wegzunehmen ist, färbt hässlich ab und riecht nach strenger Chemie. Bitte Frauen, verzichtet auf zuviel, es ist ein Killer für Nähe, Berührung und Beziehung. Männer erinnern sich nicht an zwei Pickel aber sie erinnern sich genau an die Abfärbung an der eigenen Kleidung und an den stechenden Geruch der Schminke.
Gedanken zu Brille: Brillen können sehr dekorativ sein, manchmal verraten sie viel über die Trägerin oder den Träger. Brillen werden öfter zu Hause getragen, weil die Augen sich von den Kontaktlinsen erholen müssen. Also Brillen sind Alltag und notwendig, dann trage sie mit Stolz, denn es ist allemal besser die Speisekarte richtig lesen zu können als raten zu müssen. Kontaktlinsen gehen natürlich auch, wenn sich die Trägerin oder der Träger damit wohler fühlt. Aber ohne Sehhilfe, wenn sie nötig ist, das erste Date zu unternehmen, ist nur dumm.
Gedanken zu passender Kleidung: Alltagskleidung ist sinnvoll beim ersten Date, es sei denn, die Lokalität erzwingt einen Dresscode. Der Partner sollte darauf hingewiesen werden. Ein Theaterbesuch verlangt eine angemessene Bekleidung ebenso wie ein Stehempfang bei einer Vernissage. Teile das deinem Datepartner oder deiner Datepartnerin mit sonst geniert man sich gleich beim ersten Date für den anderen. Ein Cafe-, Restaurant- oder Kinobesuch kann in Alltagskleidung unternommen werden, eine Wanderung, ein Picknick, eine Stadttour in sportlichem Outfit. Es ist eine Sache der Absprache, dass hier nichts Unangemessenes passiert.
Gedanken zu Geschenken: Eine Rose für die Dame (Rose steht hier als der konservative Platzhalter für eine kleine Aufmerksamkeit), einen verführerischen Blick für den Herrn, das ist beim ersten Date das Maximum und auch vielleicht der einleitende Gesprächsstoff. Man kennt sich noch nicht, weiß noch nicht was der / die andere liebt, kann aber damit seine Ehrerbietung zeigen. Mehr bringt keinen Sinn und passt auch nicht. Kennt man sich bereits näher, dann zeigt die besondere Auswahl eines speziellen Geschenkes die Wertschätzung des anderen. Ringe oder Schmuck der am Körper getragen wird, als Geschenk beim Date überreicht, leitet fast schon symbolisch Verlobung ein. Mit Geschenken kann man auch Wünsche an den Anderen ausdrücken, so können Bücher, Kleidung, Unterwäsche, Kino- oder Theaterkarten dem Anderen nonverbal viel Information geben. Der Preis der Geschenke muss angemessen sein, vielleicht will sich der andere revancieren und man sollte ihn nicht überfordern. Jedesmal beim Treffen ein Geschenk entwertet den Wert des Schenkens.
Gedanken zu Du oder Sie: Bei jüngeren Leuten dürfte das Du beim ersten Date ohne zu fragen die richtige Umgangsform sein. Ab etwa 45 Jahren wird man das Du von vorneherein anbieten und auf die Bestätigung warten. Kavaliere ab 60 werden sich mit „Sie“, möglicherweise sogar über das erste Date hinaus, wohler fühlen. Du und Sie wird in letzter Zeit sehr kontrovers empfunden. Am besten, man spricht dies zu Beginn der Bekanntschaft schon an, um jeden Zweifel im Vorfeld auszuräumen. In Deutschland geht die Tendenz zunehmend zum schnellen Du (ein gefälliger Teil der Amerikanisierung ;-)

Vielleicht fanden Sie den einen oder anderen Gedanken wertvoll und können ihn erfolgreich für das eigene Verhalten einsetzen. Es waren jedenfalls nur Gedanken, die anstossen sollten und die ein wenig die Vielfalt des Verhaltens und Benehmens ins Bewusstsein rücken wollten. Nebenbei produzieren diese Zeilen auch lockeren Gesprächsstoff, für den manche vielleicht dankbar sind.


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